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Expertenforum Berglandwirtschaft 2017 – Beregnung im Grünland, 22.02.2017

Am Mittwoch, 22. Februar 2017 fand an der Fachschule Salern das traditionelle Expertenforum Berglandwirtschaft statt. Thema der von Versuchszentrum Laimburg, Fachschule Salern und Beratungsring Berglandwirtschaft BRING organisierten Tagung war dieses Jahr die Beregnung im Grünland.

Über 80 Interessierte informierten sich beim Expertenforum Berglandwirtschaft über die Beregnung im Grünland.

Das Expertenforum Berglandwirtschaft fand auch dieses Jahr wieder regen Zuspruch: Etwa 80 Interessierte – Multiplikatoren wie Berater, Fachlehrer, Sachbearbeiter der Landesverwaltung, Funktionäre von Bewässerungs- und Meliorierungskonsortien sowie interessierte Landwirte – waren zu der Tagung gekommen, um sich über die verschiedenen Aspekte der Bewässerung im Grünland zu informieren. Juliane Gasser Pellegrini, Direktorin der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern und damit Gastgeberin der Veranstaltung, war erfreut über das große Interesse: Die Expertenplattform sei eine Tagung, die sich in den letzten Jahren bewährt habe. Das Thema der diesjährigen Ausgabe sei von besonderer Wichtigkeit: „Wasser ist unser oberstes Gut. Wir können auf vieles verzichten, aber Wasser gewährt uns das Leben“, betonte Gasser Pellegrini.

Sicherheit für die Landwirtschaft

Stellvertretend für Agrarlandesrat Arnold Schuler richtete Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer ihre Grußworte an das Publikum. Die Beregnung bringe der Landwirtschaft Sicherheit und sichere die Zukunft der Landwirtschaft ab, unterstrich Hochgruber. Grundlage einer funktionierenden Bewässerung sei der Sinn für das Gemeinsame: Nur wenn Landwirte sich in Bewässerungs- und Meliorisierungskonsortien zusammenschließen, könne man die Herausforderungen bewältigen, alleine sei das nicht schaffbart. Hochgruber Kuenzer appellierte dabei auch an jeden einzelnen, sich zu überlegen, was vor Ort möglich sei und sich zu trauen neue Wege bezüglich der Beregnung einzuschlagen.

Neues Institut für Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie am Versuchszentrum Laimburg

Stellvertretend für Laimburg-Direktor Michael Oberhuber stellte Angelo Zanella das im Rahmen der Reorganisation des Versuchszentrums Laimburg neue gegründete Institut für Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie vor, das er seit Beginn des Jahres 2017 leitet. Das neue Institut besteht aus zwei Fachbereichen: Für den Fachbereich Berglandwirtschaft ist Giovanni Peratoner verantwortlich, dem Fachbereich Lebensmitteltechnologie steht Angelo Zanella vor. Die beiden Bereiche wurden in einem Institut zusammengefasst, um Synergieeffekte zu nutzen und die Berglandwirtschaft über den Anbau hinaus auch bei der Weiterverarbeitung von Agrarerzeugnissen unterstützen zu können, erklärte Zanella. Diese Struktur trägt auch dem Aktionsplan für Forschung und Ausbildung in Berglandwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften Rechnung, mit dem die Produkte der Südtiroler Berglandwirtschaft nicht nur während ihres Anbaus bzw. ihrer Erzeugung wissenschaftlich begleitet und dadurch wettbewerbsfähiger gemacht werden sollen, sondern auch während ihrer Verarbeitung zu typischen Südtiroler Produkten von hoher Qualität. Der Aktionsplan wurde von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern des Versuchszentrums Laimburg, der Freien Universität Bozen, des Beratungsrings Berglandwirtschaft BRING, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau und der Landesabteilung für Land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung erarbeitet. Er hat 2016 begonnen und soll bis 2022 dauern. Mit der Umsetzung des Plans sind das Versuchszentrum Laimburg und die Freie Universität Bozen beauftragt worden, wobei sie in ihren Aktivitäten von anderen Institutionen der Südtiroler Landwirtschaft flankiert werden.

Agronomische Aspekte der Beregnung im Grünland

Giovanni Peratoner, Leiter des Fachbereichs Berglandwirtschaft am Versuchszentrum Laimburg, behandelte in seinem Vortrag die agronomischen Aspekte, die bei der Beregnung im Grünland zu beachten sind. Auf der  Grundlage zahlreicher Ergebnisse aus lokalen und internationalen Versuchen zeigte Peratoner auf, welche Effekte die Beregnung auf Futterertrag, Futterqualität und auf die botanische Zusammensetzung haben kann: Durch die Beregnung können Ertragsverminderungen bei Trockenperioden vermindert werden, erklärte der Experte. Quantitativ weniger relevant seien hingegen die Effekte der Beregnung auf die Futterqualität. Am effizientesten sei die bedarfsgerechte Beregnung, jedoch hänge deren Realisierbarkeit vor allem von organisatorischen Aspekten ab.

Wasserhaushalt und Bewässerung in Südtirol

Martin Thalheimer, am Versuchszentrum Laimburg verantwortlich für die Arbeitsgruppe „Boden, Düngung, Bewässerung“, gab einen Überblick über die verfügbaren Wasserressourcen in Südtirol und setzte diese zum Wasserbedarf der Landwirtschaft in Beziehung. Der Wasserbedarf der Südtiroler Landwirtschaft wird auf 150 Mill. m³ geschätzt, wobei rund 60 % auf den Obstbau, 10 % auf den Weinbau und 30 % auf das Grünland entfallen. Die Landwirtschaftsfläche gliedert sich in 18.500 ha Obstbau, 5.000 ha Weinbau und 212.000 ha Grünland. Obwohl das Grünland flächenmäßig den größten Anteil ausmacht, ist sein Anteil am Gesamtwasserbedarf also relativ gering. Aufgrund der Klimaerwärmung und abnehmender Mengen an Schmelzwasser von Gletschern seien künftig Probleme mit der Verfügbarkeit des für die Beregnung notwendigen Wassers zu erwarten, betonte Thalheimer. Die Bewässerung werde insbesondere in Bezug auf das Grünland ein immer wichtigeres Thema. Anregungen dazu, wie man effizienter mit den Wasserressourcen umgehen und diese gezielter einsetzen kann, gab der Experte in zweiten Teil des Vortrags: Unerlässlich sei eine gezielte Anpassung der Bewässerungsmenge an den Standort, die durch eine bessere Kenntnis der Bodeneigenschaften erreicht werden könne. Auch eine verbesserte Bewässerungstechnik kann nützen: Das Bewässerungssystem solle so ausgelegt sein, dass eine möglichst gleichmäßige Wasserverteilung auf der gesamten Fläche erfolgt. Mithilfe von Sensoren könne überdies ermittelt werden, wie trocken der Boden wirklich ist. Eine weitere Maßnahme können Genossenschaften ergreifen, indem sie die Bewässerungsturnusse flexibler gestalten.

Planerische Aspekte bei der Erstellung von Bewässerungsanlagen

Romano Comunello, Inhaber des technischen Planungsbüros Stratego, erläuterte, welche Voraussetzungen bei der Planung von Bewässerungsanlagen zu beachten sind. Der Bewässerungsbedarf hänge von verschiedenen Faktoren wie Kultur, Boden oder Exposition ab, erklärte der Experte, wichtig sei auf alle Fälle, dass die Bewässerung so gesteuert werden kann, dass sich die Pflanze wohlfühlt. Comunello stellte darüber hinaus verschiedene Bewässerungsmethoden vor. Die Tropfbewässerung sei diejenige Methode, die den sparsamsten Umgang mit Wasser ermöglicht. Außerdem seien Reservoirs und Speicher für eine gezielte und bedarfsgerechte Bewässerung grundlegend.

Das Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg ist die führende Forschungsinstitution für die Landwirtschaft und Lebensmittelqualität in Südtirol. Das Versuchszentrum betreibt vor allem angewandte Forschung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Südtiroler Landwirtschaft zu steigern und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte zu sichern. Über 150 Mitarbeiter arbeiten jährlich an rund 300 Forschungs- und Versuchsprojekten aus allen Bereichen der Südtiroler Landwirtschaft, vom Obst- und Weinbau bis hin zur Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie. Das Versuchszentrum Laimburg wurde 1975 gegründet.

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