LIDO – Errichtung eines digitalen Freilandlabors für den Obst- und Weinbau

Gefördert durch:

 

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE 2014–2020, “Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“)


Projektziel:

Bei Raumkulturen wie Apfel und Weinrebe bahnen sich in der Digitalisierung, Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz große Innovationen an, welche eine nachhaltigere Produktion, eine schonendere Nutzung der Ressourcen und die Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Mit der Errichtung eines digitalen Freilandlabors für Obst- und Weinbau am Standort Laimburg wird die Voraussetzung geschaffen, um von (Südtiroler) Forschungseinrichtungen und Firmen entwickelte zukunftsweisende Technologien praxisnah zu prüfen und gebündelt zu demonstrieren. Das Freilandlabor schließt internationale Lücken, da man erstmals neue Methoden und Technologien wie Sensoren, Modelle, Datenübertragung, Steuerung in Kombination, als System von Systemen, erforscht. Ein Multi-Actor- Approach mit Forschern, Beratern, Unternehmen und Landwirten und die Anbindung an den NOI Techpark machen es zur Keimzelle für gemeinsame Innovation und Technologietransfer. Die Apfelanlage wird mit einem 2D-Anbausystem bepflanzt, die Rebanlage steht in Hanglage, wo neue Technologien wie die stationäre Applikation größtes Innovationspotential haben. Die geschaffene Infrastruktur garantiert direkten Zugang zu Strom und Breitband-Datenübertragung. Alle Daten fließen in ein Cloud-basiertes Managementsystem ein, das deren Verfügbarkeit regelt und an Supercomputing-Ressourcen angebunden wird. Ein Datenmanagementkonzept integriert das Freilandlabor mit fortgeschrittenen Modellierungsmethoden und künstlicher Intelligenz.

 

Zu erwartende Ergebnisse:

Am Ende des Projektes steht den Südtiroler Forschungseinrichtungen und Unternehmen ein einzigartiges Freilandlabor im Apfel- und Weinbau zur Verfügung, welches alle Voraussetzungen erfüllt, um bestehende und zukünftige Technologien in der Digitalisierung, Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz zu erforschen, zu entwickeln, zu validieren und/oder zu demonstrieren. Diese schließen automatisierte, bedarfsgerechte, Bewässerung, Fertigation, Pflanzenschutz- und Kulturführungsmaßnahmen ein und integrieren sie mit bestehenden und zukünftigen Sensortechnologien, fortgeschrittenen Prognosemodellen und Entscheidungssystemen. Die stationäre Pflanzenschutzanlage vermindert die Abdrift, reduziert in Kombination mit fortgeschrittener Modellierung den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie die notwendigen Durchfahrten (Stichwort Bodenverdichtung). Sie verbessert die Arbeitssicherheit bezüglich des Einsatzes von Maschinen, den Anwenderschutz beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, und erhöht die Zeiteffizienz und Schlagkraft beim Pflanzenschutz durch gezieltes Ausbringen (optimales Timing). Die zentrale und leicht zugängliche Lage erlaubt, diese Innovationen durch Begehungen und Veranstaltungen den interessierten Landwirten, Stakeholdern, Beratungsorganisationen und Ausbildungseinrichtungen näher zu bringen. Sämtliche generierte Daten fließen in ein zentrales Cloud-basiertes Managementsystem ein. Ein Datenmanagementkonzept bettet diese in bestehende und geplante Datensysteme und Supercomputing-Ressourcen bei Eurac und UniBZ ein und regelt die Verfügbarkeit von Daten für Forschungseinrichtungen, Unternehmen und die Öffentlichkeit. Wir erwarten uns in Zukunft zahlreiche Forschungs- und Innovationsvorhaben, welche die gleiche Infrastruktur nutzen, weiterentwickeln und damit ganzheitlich in einem System von Systemen zusammenfließen.

 

Projektdauer:

01.10.2020 – 30.09.2022


Projektteam des Versuchszentrums Laimburg: