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Maikäfer

Etwa Mitte der 80er Jahre konnte in verschiedenen Gebieten Südtirols ein stärkeres Auftreten des Maikäfers festgestellt werden. Vor allem im Obstbaugebiet kam es in den Folgejahren zu massiven Schäden an den Kulturen durch den Wurzelfraß der Engerlinge. Durch verschiedene Maßnahmen ist es inzwischen vielfach gelungen, die Populationsdichten dieses Blatthornkäfers stark zu reduzieren und weitere Schäden weitgehend zu verhindern. Dennoch ist der Maikäfer nach wie vor präsent und sein Auftreten in den landwirtschaftlichen Kulturen sollte daher auch weiterhin beobachtet werden. Da der Maikäfer die meiste Zeit seiner Entwicklung im Boden als Larve (Engerling) verbringt, fällt seine Anwesenheit nicht besonders auf, wenn sich an den Bäumen keine Schadenssymptome zeigen. Eine gute Möglichkeit, die Bedeutung des Auftretens abzuschätzen, bietet sich während des Käferfluges. Dieser erfolgt im April und Mai in der Dämmerung kurz vor Einbruch der Dunkelheit. In der Regel suchen die Käfer Waldrandgebiete auf, wo sie auf bestimmten Bäumen ihren sog. Reifungsfraß durchführen (bevorzugt an Eichen und Buchen, aber auch an Pappeln, Birken u. a.). Im Kulturgebiet fressen sie vor allem an Walnuss- und Steinobstbäumen.
In den Befallsgebieten unterhalb von 700 m Meereshöhe benötigt der Maikäfer 3 Jahre für die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer (dreijähriger Zyklus), in höheren Lagen 4 Jahre (vierjähriger Zyklus). Dies lässt sich gut an der Periodizität des Fluges erkennen. Zwar können jedes Jahr Maikäfer im Flug beobachtet werden, in der Regel gibt es jedoch ausgeprägte Flugjahre mit hoher Flugintensität (sog. Hauptflugjahre, alle 3 bzw. 4 Jahre), in den Jahren dazwischen bleibt der Flug schwach (sog.
Nebenflugjahre, Zwischenflugjahre).