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Klimawandel zwischen Forschung und Politik – 4. Dialog des Global Forum Südtirol am Versuchszentrum Laimburg, 10.02.2017

Am Freitag, 10. Februar 2017 fand am Versuchszentrum Laimburg der 4. Dialog des Global Forum Südtirol mit dem Klimaforscher Georg Kaser statt. Über 80 Interessierte sind der Einladung zur gemeinsamen Veranstaltung von Global Forum Südtirol und Versuchszentrum Laimburg gefolgt, um über das Thema Klimawandel zu diskutieren.

4. Dialog des Global Forum Südtirol

Der renommierte Südtiroler Klima- und Gletscherforscher Georg Kaser beleuchtete in seinem Impulsvortrag den Klimawandel im Spannungsfeld von Forschung und Politik. 2015 hatten sich auf der UN-Klimakonferenz in Paris 195 nationale Regierungen der Welt darauf geeinigt die Erwärmung des Erdklimas auf deutlich unter 2 °C, möglichst auf 1,5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Niveaus zu begrenzen. Die Wissenschaft warnt bereits seit Jahrzehnten vor dieser Erwärmung und hat deren Ursachen identifiziert sowie Strategien zur Vermeidung einer weiteren Erwärmung vorgeschlagen. Welche Folgen hat die Erderwärmung für unseren Planeten? Wie haben die Entscheidungsträger auf die Erkenntnisse der Wissenschaft reagiert?  Sind +2,0 °C/+1,5 °C überhaupt noch einzuhalten? Anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ging Kaser in seinem Impulsvortrag diesen und anderen Fragen auf den Grund.

Dialog soll Beitrag für eine Vision für Südtirol leisten

Anliegen des Global Forum Südtirol sei es, als unabhängiger Think Tank immer wieder Impulse zu globalen Trends und Zukunftsthemen zu setzen, erklärte Christian Girardi, Gründer des Global Forum Südtirol, zur Eröffnung der Veranstaltung. Beim 4. GFS-Dialog sollen die Erfahrung und das Wissen des renommierten Klimaforschers Georg Kaser eingebracht und genutzt werden, um zu einer Vision für Südtirol beizutragen, betonte Girardi. Dass der Dialog am Versuchszentrum Laimburg stattfand, kam dabei nicht von ungefähr: Das Versuchszentrum biete sich optimal als Austragungsort für die Veranstaltung an, da das Thema des Abends in sein zentrales Aufgabengebiet falle, nämlich die Südtiroler Landwirtschaft, sagte Laimburg-Direktor Oberhuber. Das Versuchszentrum sei schon seit einigen Jahren Partner des Global Forum Südtirol: Die Laimburg suche das vom GFS geschaffene internationale Netzwerk, da Forschung ein internationales Geschäft und die Landwirtschaft global verankert sei, erklärte Oberhuber.

Klimawandel zwischen Forschung und Politik

Aus dem Bericht des Weltklimarats der Vereinten Nationen („Intergovernmental Panel on Climate Change“, IPCC) 2013 geht Folgendes hervor: Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig. Der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem ist sicher. Die Begrenzung des Klimawandels erfordert eine substantielle und nachhaltige Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen. Wie macht sich dies in Südtirol bemerkbar? Die lokalen Auswirkungen des Klimawandels seien besonders in Gebirgen sehr vielfältig und in der gewünschten Genauigkeit nicht vorhersagbar, unterstrich Klimaforscher Kaser. Die viel ernsthafteren Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Südtirol fänden vorerst woanders statt. Über Temperaturen könne man so lange verhandeln, wie man wolle, erklärte Kaser, aber über eines könne man nicht verhandeln, und das sei der Schmelzpunkt von Eis. Fakt sei: Etwa 40 % der Gletscherschmelze weltweit sei bereits verursacht und nicht mehr aufzuhalten.

Georg Kaser

Georg Kaser zählt zu den weltweit einflussreichsten Klimaforschern und Glaziologen. Er ist Professor für Klima- und Kryosphärenforschung am Institut für Meteorologie und Geophysik sowie Dekan der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Massen- und Energiebilanz von Gletschern, Fluktuationen von Klima und Gletschern, die Glaziologie, Klimatologie und Hydrologie in tropischen Bergregionen und die globalen Massenänderungen von Gletschern und deren Treiber. Kaser war zweimal Leitautor (2007 und 2013) beim „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), dem Weltklimarat der Vereinten Nationen, dem 2007 gemeinsam mit Al Gore der Friedensnobelpreis verliehen wurde.

Das Global Forum Südtirol

Das Global Forum Südtirol, 2009 von Christian Girardi gegründet, wird von einem Team von erfahrenen Südtirolern im In- und Ausland unterstützt, sowie von zahlreichen Supportern und Sponsoren Jahr für Jahr weiterentwickelt. Das GFS liefert als unabhängiger Think Tank Impulse zu globalen Trends und Zukunftsthemen, die die Welt und Südtirol bewegen, mit dem Ziel einen Beitrag zur Diskussion und Mitgestaltung einer langfristigen Vision für Südtirol zu leisten. Dazu treffen sich einmal im Jahr bei der GFS-Jahresveranstaltung rund 300 Persönlichkeiten und Entscheidungsträger aus dem In- und Ausland mit führenden Vertretern der Südtiroler Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik. Im Rahmen der GFS-Dialoge werden im kleinen Kreise relevante Zukunftsthemen diskutiert, um gesellschafts-, kultur- und wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Das Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg ist die führende Forschungsinstitution für die Landwirtschaft und Lebensmittelqualität in Südtirol. Das Versuchszentrum betreibt vor allem angewandte Forschung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Südtiroler Landwirtschaft zu steigern und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte zu sichern. Über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten jährlich an über 300 Forschungsprojekten und Versuchstätigkeiten aus allen Bereichen der Südtiroler Landwirtschaft, vom Obst- und Weinbau bis hin zur Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie. Das Versuchszentrum Laimburg wurde 1975 gegründet.

 

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